Wer den Wert eines Unternehmens schnell einschätzen will, kommt am EBIT-Multiple kaum vorbei. Käufer, Banken und Berater nutzen es als erste Orientierung. Die Methode ist einfach – die Feinheiten stecken in den Details.
Was ist das EBIT?
EBIT steht für Earnings Before Interest and Taxes, also das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Es zeigt, was das operative Geschäft erwirtschaftet – unabhängig davon, wie das Unternehmen finanziert ist.
Was ist ein Multiple?
Ein Multiple ist ein Faktor, mit dem das EBIT multipliziert wird. Er drückt aus, wie viele Jahresergebnisse ein Käufer bereit ist zu zahlen. Die Formel lautet:
Unternehmenswert (Enterprise Value) = bereinigtes EBIT × Multiple
Warum das EBIT bereinigt werden muss
Das EBIT aus dem Jahresabschluss spiegelt das nachhaltige Ergebnis oft nicht richtig wider. Typische Bereinigungen:
- Inhabergehalt: Zahlt sich der Inhaber deutlich mehr oder weniger als ein angestellter Geschäftsführer, wird auf ein marktübliches Gehalt korrigiert.
- Private Kosten: Ausgaben, die privat veranlasst sind, werden herausgerechnet.
- Einmaleffekte: Ein Großauftrag, ein Schadensfall oder ein Rechtsstreit verzerren ein einzelnes Jahr.
- Mieten: Gehört die Immobilie dem Inhaber, wird eine marktübliche Miete angesetzt.
Häufig wird ein gewichteter Durchschnitt mehrerer Jahre verwendet, bei dem jüngere Jahre stärker zählen. So rechnet auch unser Bewertungsrechner.
Wovon die Höhe des Multiples abhängt
- Branche: Software und spezialisierte Dienstleistungen erzielen meist höhere Faktoren als klassischer Handel oder Gastronomie.
- Größe: Größere Unternehmen werden oft höher bewertet, weil sie stabiler sind.
- Risiko: Abhängigkeit vom Inhaber oder von wenigen Kunden senkt den Faktor.
- Wachstum: Steigende Ergebnisse rechtfertigen höhere Multiples.
- Marktlage: Zinsniveau und Käufernachfrage beeinflussen die Preise.
Bei kleinen Betrieben sind niedrige einstellige Faktoren verbreitet. Konkrete Spannen je Branche verwendet der Rechner automatisch.
Vom Unternehmenswert zum Kaufpreis
Der Enterprise Value bewertet das Unternehmen schuldenfrei. Für den Kaufpreis der Anteile (Equity Value) werden die Nettofinanzverbindlichkeiten abgezogen:
Equity Value = Enterprise Value − (Finanzschulden − freie Liquidität)
Rechenbeispiel
Ein Dienstleister erzielt ein bereinigtes EBIT von 250.000 €. Die Branchenspanne liegt bei 4,0 bis 5,5. Der Unternehmenswert beträgt damit 1,0 bis 1,375 Mio. €. Bei Bankschulden von 300.000 € und freier Liquidität von 100.000 € ergeben sich Nettofinanzverbindlichkeiten von 200.000 € – der Equity Value liegt bei 800.000 € bis 1,175 Mio. €. (Beispielwerte zur Veranschaulichung.)
Grenzen der Methode
Das EBIT-Multiple ist eine Marktpreisschätzung, kein Gutachten. Es berücksichtigt keine individuellen Besonderheiten wie Patente, Immobilien oder Sanierungsbedarf. Für Verhandlungen und steuerliche Zwecke sind weitere Verfahren und fachliche Beratung nötig.
Fazit
Das EBIT-Multiple liefert in wenigen Minuten eine realistische Wertspanne. Probieren Sie es mit Ihren eigenen Zahlen im Bewertungsrechner aus – kostenlos und ohne Anmeldung. Wenn das Ergebnis passt, können Sie direkt Ihr Unternehmen verkaufen.
Allgemeine Informationen, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Eine individuelle Prüfung durch qualifizierte Fachleute bleibt erforderlich. BetriebsBörse vermittelt Kontakte und wickelt keine Finanztransaktionen ab.



