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Unternehmenskauf · #R014

Unternehmenskauf finanzieren: Eigenkapital, Bank, Förderung und Verkäuferdarlehen

Die meisten Übernahmen werden aus mehreren Quellen finanziert. Welche Bausteine es gibt und wie sie zusammenpassen.

Redaktion BetriebsBörse··3 Min. Lesedauer

Unternehmenskauf finanzieren: Eigenkapital, Bank, Förderung und Verkäuferdarlehen

Quelle: KI - Lovable

Ein passendes Unternehmen zu finden ist das eine – den Kaufpreis aufzubringen das andere. Nur selten zahlen Käufer alles aus eigener Tasche. Üblich ist ein Mix aus mehreren Finanzierungsbausteinen.

Baustein 1: Eigenkapital

Banken erwarten, dass der Käufer einen Teil selbst einbringt. Als grobe Orientierung werden häufig zehn bis dreißig Prozent des Finanzierungsbedarfs genannt – abhängig von Branche, Erfahrung und Sicherheiten. Eigenkapital zeigt, dass Sie selbst an das Vorhaben glauben, und senkt das Risiko für alle anderen Geldgeber.

Baustein 2: Bankdarlehen

Die Hausbank ist meist der zentrale Partner. Sie prüft:

  • Ihre fachliche und kaufmännische Eignung
  • die Ertragskraft des Unternehmens – kann es Zins und Tilgung tragen?
  • den Kaufpreis im Verhältnis zum Ergebnis
  • vorhandene Sicherheiten

Ein schlüssiges Übernahmekonzept mit Planung für die nächsten Jahre ist dafür unverzichtbar.

Baustein 3: Förderkredite und Bürgschaften

Für Unternehmensnachfolgen gibt es öffentliche Unterstützung, etwa Förderkredite der KfW und der Landesförderbanken sowie Bürgschaften der Bürgschaftsbanken. Sie bieten oft günstige Konditionen oder übernehmen einen Teil des Ausfallrisikos der Bank. Förderkredite werden in der Regel über die Hausbank beantragt – und zwar vor Abschluss des Kaufvertrags. Prüfen Sie die aktuellen Programme rechtzeitig, da sich Bedingungen ändern.

Baustein 4: Verkäuferdarlehen

Der Verkäufer stundet einen Teil des Kaufpreises und erhält ihn in Raten. Das hat mehrere Vorteile:

  • Es verringert den Finanzierungsbedarf bei der Bank.
  • Banken werten es oft positiv, weil der Verkäufer an den Erfolg glaubt.
  • Es kann ein Ausweg sein, wenn Preisvorstellungen auseinanderliegen.

Für den Verkäufer bedeutet es Risiko – daher werden Verzinsung, Sicherheiten und Rangfolge gegenüber der Bank vertraglich geregelt.

Baustein 5: Earn-out und Beteiligungskapital

Ein Earn-out koppelt einen Teil des Kaufpreises an künftige Ergebnisse. Bei größeren Übernahmen kommen außerdem Beteiligungsgesellschaften oder private Investoren infrage, die gegen Anteile Eigenkapital bereitstellen.

Beispiel einer Finanzierung

Kaufpreis 800.000 €: 120.000 € Eigenkapital, 450.000 € Bank- und Förderdarlehen, 80.000 € abgesichert über eine Bürgschaft, 150.000 € Verkäuferdarlehen über vier Jahre. (Beispielwerte zur Veranschaulichung, keine Finanzierungszusage.)

Tipps für Käufer

  1. Kaufpreis vorab plausibilisieren, z. B. mit dem Bewertungsrechner.
  2. Früh mit Hausbank und Förderberatung sprechen.
  3. Ein Übernahmekonzept mit realistischer Planung erstellen.
  4. Liquiditätsreserve für die ersten Monate nach der Übernahme einplanen.
  5. Verkäuferdarlehen offen ansprechen.

Fazit

Eine solide Finanzierung entsteht aus mehreren Bausteinen, die zueinander passen. Wer gut vorbereitet zur Bank geht, hat deutlich bessere Chancen. Passende Übernahmeangebote finden Sie unter Unternehmen kaufen.

Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Lassen Sie Ihren konkreten Fall von Steuerberater, Rechtsanwalt oder M&A-Berater prüfen.

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